Atemzüge pro Minute: normale Atemfrequenz
Erwachsene atmen in Ruhe etwa 12 bis 20 Mal pro Minute. Neugeborene kommen auf 30 bis 60 Atemzüge, Kleinkinder auf 20 bis 30 – die Atemfrequenz sinkt mit dem Alter und ist bei Erwachsenen einer der Werte, die in Notaufnahmen als Erstes geprüft werden.
- Erwachsene, Ruhe
- 12–20/min
- Neugeborene
- 30–60/min
- Kleinkinder
- 20–30/min
- Warnschwelle Erwachsene
- ab 22/min
Notruf 112 bei Atemnot in Ruhe, bläulichen Lippen oder Fingernägeln, wenn nur noch einzelne Wörter gesprochen werden können, bei Verwirrtheit oder Benommenheit oder wenn ein Kind beim Atmen die Nasenflügel bläht, Einziehungen zwischen den Rippen zeigt oder auffallend still und schlapp wird. Ärztlich abklären: Ruheatmung dauerhaft über 20 pro Minute, neu auftretende Kurzatmigkeit bei geringer Belastung, pfeifende oder rasselnde Atmung. Diese Seite gibt Orientierungswerte, keine Diagnose.
Atemzüge in einer Minute zählen
Mess-Timer für die Atmung
- Die Person sollte nicht wissen, dass gezählt wird. Wer auf seine Atmung achtet, verändert sie unwillkürlich. Bei sich selbst hilft es, entspannt zu sitzen und den Blick vom Timer zu nehmen.
- Brustkorb oder Bauch beobachten, bei Kindern eine Hand leicht auf den Bauch legen. Ein Heben und Senken zählt als ein Atemzug.
- Volle 60 Sekunden zählen. Die Atmung ist unregelmäßiger als der Puls; 30 Sekunden × 2 sind nur bei ruhiger, gleichmäßiger Atmung genau genug.
- Bedingungen notieren: Ruhe oder nach Belastung, Fieber ja oder nein, Uhrzeit.
Atemfrequenz = Atemzüge in 30 Sekunden × 2 (bei ruhiger Atmung)
Normale Atemfrequenz nach Alter
| Alter | Atemzüge pro Minute | Hinweis |
|---|---|---|
| Neugeborene (bis 1 Monat) | 30–60 | kurze Atempausen von wenigen Sekunden sind in diesem Alter häufig |
| Säuglinge (1–12 Monate) | 30–50 | vorwiegend Bauchatmung |
| Kleinkinder (1–3 Jahre) | 20–30 | |
| Vorschulkinder (3–6 Jahre) | 20–25 | |
| Schulkinder (6–12 Jahre) | 15–25 | |
| Jugendliche und Erwachsene | 12–20 | im Tiefschlaf oft unter 12 |
Die Altersspannen orientieren sich an der Übersichtsarbeit von Fleming et al. (Lancet, 2011), die Referenzkurven für Atem- und Herzfrequenz von der Geburt bis 18 Jahre aus veröffentlichten Studien zusammenführte: Die mittlere Atemfrequenz fällt von rund 44 pro Minute bei der Geburt auf etwa 26 mit zwei Jahren und erreicht im Jugendalter Erwachsenenwerte. Der obere Erwachsenenwert von 20 ist eine Konvention aus Lehrbüchern; die S3-Leitlinie Sepsis (AWMF) nutzt eine Atemfrequenz ab 22 pro Minute als eines von drei Warnkriterien des qSOFA-Scores für schwere Infektionen.
Wann Abweichungen etwas bedeuten
- Schnelle Atmung (Tachypnoe): normal nach Belastung, bei Aufregung und Fieber. In Ruhe kann sie auf Infekte der Atemwege, Asthma, Herzschwäche, Blutarmut oder Schmerzen hinweisen – und bei Kindern ist sie oft das erste messbare Zeichen einer Lungenentzündung.
- Langsame Atmung (Bradypnoe): im Tiefschlaf und bei sehr entspannten, trainierten Menschen unauffällig. Zusammen mit Schläfrigkeit, nach Medikamenten oder Alkohol dagegen ein Alarmzeichen.
- Unregelmäßige Atmung mit Pausen: bei Neugeborenen bis zu etwa 10 Sekunden üblich; Pausen von 20 Sekunden und mehr oder Blaufärbung sind ein Notfall.
Bewusst langsames Atmen mit 6 Atemzügen pro Minute wird in Übungen wie der Box-Atmung und der 4-7-8-Atmung genutzt, um den Körper kurzfristig zu beruhigen. Wer die Atmung zusammen mit dem Puls prüfen möchte, findet die Anleitung unter Puls pro Minute; beide Werte lassen sich in derselben Minute mit der Stoppuhr erfassen.
Atemzüge und Luftmenge: Ein Erwachsener atmet in Ruhe je Atemzug rund einen halben Liter Luft ein, bei 15 Atemzügen also etwa 7 bis 8 Liter pro Minute. Bei körperlicher Anstrengung steigen Frequenz und Tiefe gleichzeitig, sodass 60 bis 100 Liter pro Minute erreicht werden. Weitere Zahlen dieser Art stehen unter Was passiert in einer Minute?.
Sind 10 Atemzüge pro Minute zu wenig?
Bei einem entspannten, wachen Erwachsenen ohne Beschwerden ist das unauffällig; im Schlaf sind solche Werte häufig. Kommen Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Medikamenteneinnahme dazu, sollte ärztlich geprüft werden.
Warum atmen Babys so schnell?
Ihre Lunge ist klein und der Stoffwechsel je Kilogramm Körpergewicht hoch, deshalb decken sie den Sauerstoffbedarf über die Frequenz statt über tiefe Atemzüge. Mit dem Wachstum der Lunge sinkt die Atemfrequenz von Jahr zu Jahr.
Wie viele Atemzüge sind das pro Tag?
Bei 15 Atemzügen pro Minute rund 21.600 am Tag (15 × 1.440) und etwa 7,9 Millionen im Jahr.